Stadt Bern will eigene Kitas für Mehrkosten entschädigen

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Bern,

Die Stadt Bern plant, die Mehrkosten ihrer Kitas abzugelten – ein Vorhaben, das für Kontroversen sorgt.

Zahnputzbecher der Kinder über einem Waschbecken in einer Kita (Symbolbild)
Zahnputzbecher der Kinder über einem Waschbecken in einer Kita. (Symbolbild) - sda - Keystone/GAETAN BALLY

Die Stadt Bern will ihren Kitas sogenannte trägerschaftsbedingte Mehrkosten abgelten. Solche Kosten entstehen beispielsweise dadurch, dass sich städtische Kitas an das Personalreglement der Stadt Bern halten müssen, was bei ihnen zu höheren Personalkosten als bei privaten Anbietern führt. Die Stadt will den aus ihrer Sicht bestehenden Wettbewerbsnachteil abfedern mit einer Entgeltung dieser Mehrkosten.

Die privaten Anbietenden fühlen sich vor den Kopf gestossen. Aus bürgerlichen Kreisen kam die Forderung, dass die Stadt die Kindertagesstätten auslagert. Doch davon will der rot-grün dominierte Gemeinderat nichts wissen: «Der Gemeinderat hält deshalb daran fest, Kitas Stadt Bern auch künftig als städtische Kitas in einer Spezialfinanzierung zu führen», schreibt die Stadtregierung in einer Mitteilung vom Freitag.

Auslagerungsdebatte und Finanzierungspläne

In einer Teilrevision des Betreuungsreglements umreisst der Gemeinderat, wie er die Kitas künftig finanzieren will. Grundsätzlich hält die Stadtregierung fest, dass das Kita-Wesen im Kanton Bern unterfinanziert sei. Die aktuellen Herausforderungen für private und städtische Anbieter seien gross.

Die Kitas der Stadt Bern müssen innerhalb einer Spezialfinanzierung selbsttragend wirtschaften. Seit dem Pandemiejahr 2020 sind aufgrund der sinkenden Nachfrage Defizite in der Spezialfinanzierung von rund 8,7 Millionen Franken aufgelaufen. Mit Kostensenkungen, Ertragssteigerungen und einer Reduktion des Angebots wurde versucht, Gegensteuer zu geben.

Betreuungsreglement und finanzielle Herausforderungen

Mit der Anpassung des Betreuungsreglements (FEBR) will der Gemeinderat die Grundlage schaffen, diese trägerschaftsbedingten Mehrkosten mit Mitteln aus dem allgemeinen Haushalt abzugelten. Um Transparenz zu schaffen, soll eine externe Revisionsstelle diese Mehrkosten jährlich berechnen.

Ausserdem will der Gemeinderat mit der Teilrevision eine Rechtsgrundlage schaffen, um eine zusätzliche Abgeltung an diejenigen Leistungserbringer ausrichten zu können, die Kinder in der Stadt Bern mit ausgewiesenem sozialen und sprachlichen Förderbedarf betreuen. In den Genuss der Gelder sollen private und städtische Kitas sowie Tagesfamilienorganisationen kommen.

Zukunftspläne für Berns Kitas

Weiter will der Gemeinderat ähnlich wie in der Stadt Zürich einen Kita-Dialog etablieren, um gemeinsam mit allen Leistungserbringern die Herausforderungen meistern zu können. Die Vorschläge des Gemeinderats gehen bis Ende Mai in die Vernehmlassung.

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