Rund 300 Menschen an Mahnwache gegen Femizide in Bern

Bern,
Zwölf Frauen und Mädchen wurden in den ersten 13 Wochen des Jahres Opfer von Tötungsdelikten. Eine Mahnwache fordert Massnahmen.

In den ersten 13 Wochen des laufenden Jahrs sind in der Schweiz zwölf Frauen und Mädchen Tötungsdelikten zum Opfer gefallen. In einer Mahnwache haben am Freitagabend in Bern rund 300 Menschen gefordert, dass Bund und Kantone Femizide endlich ernst nehmen.
Die Mahnwache organisiert hatten die Jungsozialistinnen und -sozialisten (Juso). Wie sie mitteilten, müssen angesichts fast eines Femizids pro Woche die Behörden die von der Schweiz 2018 ratifizierte Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt umsetzen.
Die Schweiz brauche ein Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt sowie umfangreiche Präventions- und Schutzprogramme auf nationaler und kantonaler Ebene, lauteten weitere Forderungen. Dafür müssten die staatlichen Akteure mehr Geld aufbringen.
Verdoppelung der Femizide im Vergleich zum Vorjahr
Frauenhäuser hätten zu wenig Mittel. Eine Ende März eingereichte Petition mit über 24'000 Unterschriften bezifferte den Finanzbedarf auf 350 Millionen Franken.
Juso-Schweiz-Präsidentin Mirjam Hostetmann sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA an der Mahnwache, zwölf Femizide 2025 seien doppelt so viele wie in der Vorjahresperiode. Erst am Donnerstag sei die Schweiz vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden, weil sie eine Frau nicht ausreichend vor einem vorbestraften Gewalttäter geschützt hatte.
Der Bund will in den nächsten Jahren gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorgehen und bei der Ursachenbekämpfung, Weiterbildung und beim Schutz vor sexualisierter Gewalt ansetzen. Bis 2026 sollen «substantielle Fortschritte erzielt werden», erklärte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider im vergangenen November.